Abenteuer Afrika

Reisetagebuch von Sylvia Vogel und Charly Julier (www.4x4expedition.com)

Schweiz

Dienstag, 07.12.2004

Die letzten Stunden vor der Abfahrt

15.40 Uhr: Endlich alles gepackt und abfahrbereit. Wir verabschieden uns von Beni und Renate, welche uns liebevoll aufgenommen hatten und uns die letzten Tage in der Schweiz so richtig verwöhnt haben. Unser letztes Tagesmenü war gebratener Servelat ... hmmmmm... Der letzte für lange Zeit.

Unser nächster Stopp führte uns nochmals zu Didi und Erika. Wir dankten Ihnen nochmals das wir unser Fahrzeug bei Ihnen in der Werkstatt fertig stellen durften und auch Didi für die unzähligen Stunden die er für die vielen Spezialkonstruktionen leistete. Zum Abschied erhielten wir von Ihnen noch feine selbstgebackene Guetzlis, welche wir uns für Weihnachten aufsparen müssen gemäss Anweisung von Erika - schwieriges Unterfangen ;-)

Auch bei Familie Ainouz in Galgenen verabschiedeten wir uns noch und zeigten Ihnen noch unsere Einzimmerwohnung auf vier Rädern. Schade das Larbi nicht da war.

Anschliessend fuhren wir weiter zu Roger Vogel / V&V Cycles in Affoltern am Albis. Auch Roger wollte unser Fahrzeug nochmals vor der Reise inspizieren und bewunderte unsere Knotentechnik auf dem Gepäckträger und meinte, wir müssen wohl noch einwenig üben. Am liebsten jedoch wäre er selber eingestiegen und losgefahren.

Zu später Stunde (ca. 21.00 Uhr) sind wir dann doch noch losgefahren. Die Abfahrt war sehr nebelig und kalt. Auf dem Brünig-Pass jedoch war es klar und konnten den Sternenhimmel bewundern. Der Atem jedoch gefror fast dabei. Da wir in der Schweiz kein Münztelefon mehr finden konnten, haben wir den ersten Versuch mit dem Satellitentelefon erfolgreich durchgeführt. In Spiez haben wir uns einen Schlafplatz in der Nähe eines Fussballplatzes gesucht. Bei eisiger Kälte konnten wir Dank Standheizung in wolliger Wärme die erste Nacht in Snoopy verbringen. Charly hat jedoch nicht so gut geschlafen, da er bedenken hatte, das etwas an der Heizung verbrennen könnte, da dies unsere erste Nacht mit Heizung war.

Mittwoch, 08.12.2004

Verabschiedung von der Familie

Erstes Frühstück im Fahrzeug. Gepackt war schnell und weiter ging's Richtung Verladestation Kandersteg. Stolze 25 Franken haben wir für die Durchfahrt berappt. Das Wallis zeigte sich nochmals von der schönsten Seite bei strahlendem Sonnenschein. Herrliche Ausblicke auf die Berge.

Ankunft bei Charly's Vater am späten Vormittag. Zu unserer Überraschung begrüssten uns dort auch sein Bruder Andre und Anhang ;-). Vollen Stolzes zeigten wir ihnen unser gelungenes Werk - Snoopy. Am Abend zeigten wir Charly's Vater unsere detaillierte Route und ein paar alte Fotos von unseren letzten Afrikareisen.

Donnerstag, 09.12.2004

Langersehnte definitive Abfahrt

Schon am frühen Morgen kam Schwesterlein Vreni vorbei um noch schon schnell Chiao zusagen und natürlich auch unser Fahrzeug zu sehen. Auf dem Weg zu Erhard mussten wir noch schnell bei einem Eisenwarenhändler vorbei und wie es der Zufall so will, fuhr gerade in diesem Moment Rene vorbei, den wir auf dem letzten Voodoo-Treff in Ins BE kennen gelernt hatten. Er fährt einen Off-Road-LKW und würde auch gerne mal eine längere Reise machen, aber mit Kinder ist das schwierig für längere Zeit so wegzufahren, meinte er.

Weiter ging es zu Charly's Bruder Erhard, um noch die angefallene Post zu erledigen und die letzten Rechnungen zu zahlen. Auch das leidige Thema Steuern haben wir Ihnen übergeben :-( . Aber da unser Einkommen im nächsten Jahr CHF 0.00 beträgt, wird es wohl nicht allzu kompliziert. Nochmals herzlichen Dank Erhard und Carmen für Eure Unterstützung.! Zu Mittag assen wir gemeinsam unsere letzte Pizza in der Schweiz und Erhard und Carmen zeigten uns anschliessend noch Ihre Halle die sie gebaut haben für Ihren Fuhrpark. Charly meinte, dass sei doch genau der richtige Ort um Snoopy nach dem langen Trip wieder auf Vordermann zu bringen für die nächste Reise ;-)

Herzlicher Abschied von den beiden und losfahren wollten wir - uups - da fuhr gerade ein Wagen an und eine Frau lächelte und winkte. Kennst Du die? Nöö. Da hatte es sich schnell rumgesprochen, dass wir da und da parkiert haben und so trafen wir Michael und seine Freunde, die gerade erst von ihrer halbjährigen Tour durch Canada zurück gekommen sind. Natürlich mussten wir da erstmal wieder fachsimpeln. Wie sich herausstellte, hat Michael unsere alte ARB-Stossstange von Casty in Trin gekauft, die wir abändern liessen wegen den Schweizer-Normen und dann doch nicht mehr wollten. Mit der Stossstange war er in Kanada unterwegs gewesen - kleine Welt!

Als wir dann endlich losfuhren wurde es schon wieder dunkel. Die Stecke durch das Wallis war sehr neblig und wir sahen die Strassen fast nicht mehr. Auf der Autobahn nach Genf ging es dann aber schon besser und so schafften wir es gut bis nach Genf zu fahren. Den Camping zu finden war allerdings schon ein kleine Kunst ohne Karte. Als wir diesen dann endlich gefunden hatten, mussten wir leider feststellen, dass dieser bis am 25. März 2005 geschlossen ist. Also beschlossen wir, dass wir auf dem Parkplatz daneben übernachten. Es war etwas schräg, aber es war schon spät und wir waren zu müde um noch weiter zu suchen. Zu allem Übel hat uns in dieser Nacht die Standheizung im Stich gelassen. Wir assen rasch die restliche Pizza vom Mittag und gingen schlafen. Charly hat gefroren wie ein Schlosshund, ich konnte es ganz gut aushalten, trotz meiner Erkältung. Ich habe mich einfach warm gehustet.

Weiter geht's in Frankreich ...