| Kamerun |
26.07.2005 - 13.08.2005
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Der Norden ist mit Ausnahme der Umgebung von Rhoumsiki eher flach. Der Waza-National-Park kann nur mit einem Führer besucht werden. Viele Büsche und Bäume versperren die Sicht und während der Regenzeit kann man nicht mit vielen Tieren rechnen.
Die Landschaft um Rhoumsiki ist sehr bizarr und schön. Nigeria ist von dort nur noch 2 km entfernt und man hat schöne Einblicke auf die Täler von Nigeria. Die Kinder sind dort leider sehr aufdringlich bis aggressiv und fordern ständig ein Geschenk. Auch die Erwachsenen haben bei uns nicht so einen besonders freundlichen Eindruck hinterlassen.
Im Norden haben wir viele total überladene LKWs angetroffen, die zudem ausserordentlich hoch geladen waren.
Im Extremen Norden, Norden und dem Plateau Adamaoua werden noch die traditionellen Rundhütten gebaut, welche noch mit Stroh bzw. Gras gedeckt sind.
Auf dem Plateau Adamaoua machte sich dann die Regenzeit stark bemerkbar, je weiter wir nach Süden fuhren, desto mehr regnete es. Die Region um Buea und Limbe beim Mount Cameroon gilt als eine der regenreichsten Gegenden unserer Erde. Wir hatten keine Chance den Berg zu sehen, er war stets von Nebel umhüllt.
Die Natur hat Kamerun reich gesegnet, denn es wächst fast alles hier. Auf dem Plateau Adamaoua wachsen Kartoffeln und Mohrrüben. Im Westen Kameruns stehen riesige Bananen-, Ananas- und Papaya-Plantagen. Im Osten wird Tropenholz geschlagen.
Die Zentralregion ist weiter entwickelt als der Norden. Hier findet man keine Rundhütten mehr. Die Leute leben in Bretterbuden oder einfachen Steinhäusern mit Wellblechdächern.
Die Motorisierung nimmt auch zu, je weiter man nach Süden fährt. Insbesondere in den beiden Städten Douala und Yaoundé herrschte ein regelrechtes Verkehrschaos. Der Führerschein wird gekauft ohne eine Fahrstunde genommen zu haben, entsprechend ist die Fahrweise.
Douala machte einen recht trostlosen Eindruck auf uns, während Yaoundé auf 7 Hügel situiert ist und viel Grünfläche bietet.
Der Weg weiter nach Süden zur Grenze war wenig spektakulär.
Die Menschen waren oft sehr hilfsbereit, vorallem in den wenig besuchten Regionen. Gebettelt und gefordert wurde nur dort, wo der Tourismus zu Hause war.
Generell hatten wir nicht einen besonders guten Eindruck von Kamerun, obwohl es landschaftlich sehr schön war. Zu viele korrupte Beamte und zu viel Abzocke ohne Gegenleistung.
Strassenzustände
Die Hauptstrasse von Kousséri bis nach Maroua war sehr gut.
Die Teerstrasse von Maroua nach Mokolo war ebenfalls in einem sehr guten Zustand.
Die Piste nach Rhoumsiki ist ein Desaster. Nur langsam kommt man voran und es muss mit tiefen Löchern und Furchen gerechnet werden.
Die Teerstrasse von Maroua bis zur Kreuzung zum Stausee Lagdo ist mit vielen grossen Schlaglöchern ausgestattet. Man muss sehr aufpassen und konzentriert fahren, trotzdem werden Strassengebühren erhoben.
Die 19 Kilometer zum Stausee Lagdo sind fürchterlich, man rumpelt über die Teerfetzen und man kommt nur sehr langsam voran.
Die Strecke weiter über Garoua und dann nach Ngaoundére war wieder passabel.
Die Piste von Ngaoundére nach Tibati war die ersten 20 Kilometer von starkem Wellblech und tiefen Löchern geprägt. Danach war die Piste passabel.
Achtung vor den vielen LKWs, die mit rasanter Geschwindigkeit über die Pisten donnern. Stellenweise wird die Piste eng ab Béka. Auch während der Regenzeit lässt sich die Piste über Léwa und Tekel gut befahren.
Die sogenannte Teerstrasse bis nach Tibati ist ein Horror. Sie erinnerte uns eher an Bombenkrater oder einer Mondlandschaft, als an eine Strasse. Nur sehr langsam befahrbar. Trotzdem wurde eine Strassengebühr in Höhe von 500 CFA erhoben. Eine absolute Frechheit!
Die Piste von Tibati nach Banyo ist schmal, aber sonst ganz gut befahrbar. Achtung die Piste ist in der Regenzeit stellenweise etwas glitschig und man kommt schnell ins Rutschen, wie wir bemerken durften.
Die Piste von Banyo nach Foumban ist bergig und stellenweise in einem sehr schlechten Zustand, aber landschaftlich sehr reizvoll.
Wir trafen auf viele Regenbarrieren unterwegs, welche die LKWs aufhielten. Die Weiterfahrt wurde uns aber immer gewährt, nur dann war leider die Piste oft von LKWs zugeparkt. Oft musste auch erst die zuständige Person gefunden werden, welche die Barriere öffnen konnte.
Achtung: Bei einer überschwemmten Brücke vor Bankim waren tiefe Beton-Löcher unsichtbar im Wasser verborgen.
Die restliche Piste bis nach Foumban war sehr bergig und LKWs rutschten, da die Piste durch den Regen schmierig geworden war.
Gute Teerstrasse von Foumban bis nach Bafoussam.
Auch die Teerstrasse von Bafoussam bis nach Limbe war recht gut, doch bisweilen muss man vereinzelten Schlaglöchern ausweichen.
Steile Teerstrasse von Tiko nach Buea. Viele Schrottautos wurden am Abhang entsorgt.
Gute Teerstrasse weiter nach Douala. Im Norden von Douala führt eine üble Strasse durch, die den Verkehr fast zum Erliegen bringt. Wir hatten zuerst den Eindruck in einem Kriegsgebiet zu sein. Tiefe Krater mit steilen tiefen Absätzen machten wiederholt sogar Schritttempo unmöglich. Jeder drängelte und fuhr wie es ihm in den Sinn kam. Zusätzlich reges Markttreiben und wild parkierte Fahrzeuge. Die Strecke um den Flughafen ist bestimmt angenehmer, wir sind sie leider nicht gefahren.
Die alte enge Teerstrasse weiter nach Edéa ist bisweilen von grossen Löchern gezeichnet. Leider sind dort auch viele unfreundliche Kontrollstellen mit Nagelbrettern anzutreffen. Generell wurde ab dort gerne mit Nagelbrettern operiert, wahrscheinlich wurde das vom Nachbarn Nigeria abgeguckt.
Von Edéa nach Yaounde sehr gute Teerstrasse, wo auch Buschmeat angeboten wird, Buschratte, Affe, etc. hängen am Haken am Strassenrand.
In Yaoundé muss man stark auf die Taxifahrer aufpassen, die gerne nach rechts schauen um neue Passagiere zu suchen und dabei nach links ausscheren. In den Rückspiegel schaut hier sowieso keiner. Der Führerschein wird hier gekauft und die wenigsten absolvieren ein paar Fahrstunden.
Die Teerstrasse weiter zur Grenze nach Gabun ist gut geteert und man würde schnell vorwärts kommen, wenn nicht so viele korrupte Kontrollstationen den Weg versperren.
So viele Zahlstationen wie in Kamerun haben wir noch nie gesehen. Es wurden jeweils 500 CFA verlangt. Wir haben in Kamerun 3'035 km zurückgelegt und dabei 20 Zahlstellen passiert. Wir haben also 10'000 CFA (ca. 25 CHF) für Strassengebühren innerhalb von 3 Wochen bezahlt. Für schlechte Strassen musste gleich viel bezahlt werden wie für gute, nur die Pisten waren kostenlos.
Visum
Visum für Kamerun haben wir in N’Djaména/Tschad beantragt und innerhalb von 24 Stunden erhalten; 50'000 CFA pro Person für 1 Monat; zwei Fotos; Transitvisum für 5 Tage gratis.
Visum problemlos erhalten.
In Yaounde haben wir folgende Visum beantragt:
Auf der Botschaft von Gabun mussten wir 35'000 CFA für 1 Monat bezahlten, Single Entry. Die Abfertigung war flott und freundlich. Wir konnten unsere Pässe am Nachmittag wieder abholen. Es wurden keine Passfotos verlangt und auch ein Formular musste nicht ausgefüllt werden, wie sonst üblich.
Die Botschaft von Kongo-Brazzaville verlangte satte 60'000 CFA pro Person, egal welche Art von Visum man beantragt. Es musste ein Formular ausgefüllt werden und 2 Passfotos abgegeben werden. Wir erhielten 2 Monate und Multiple Entry.
Achtung: Die Botschaft schliesst überpünktlich um 15 Uhr, d.h. um 15 Uhr ist der Laden schon ein Weilchen dicht.
Ein holländisches Paar hatte für den gleichen Preis 6 Monate und Multiple Entry beantragt und auch erhalten.
Die Botschaft von Kongo-Kinshasa machte einen besseren und organisierteren Eindruck auf uns. Im Aushang neben dem Sekretariat waren alle Visumarten und deren Beträge angeschlagen. Transitvisum ist leider nur für Fluggäste möglich. Wir beantragten das nächst günstigste, d.h.1 Monat, Single Entry und mussten dafür 45'000 CFA bezahlen. 2 Passfotos waren mitzubringen und ein Formular musste ausgefüllt werden. Am nächsten Tag konnten wir die Pässe wieder abholen.
Autoversicherung
Neue Versicherung „Carte Rose“ in N’Djaména abgeschlossen; Wir mussten mehrmals die Versicherung vorzeigen, denn es wurde explizit danach gefragt. Der Grund dafür liegt aber nicht in der Sicherheit, sondern am finanziellen Wohl der Beamten.
Polizei und Grenzen
Die Grenzeformalitäten bei der Einreise waren korrekt, freundlich und rasch erledigt.
In keinem anderen Land wurde wir von so vielen Polizeikontrollen angehalten, wobei wir immer wieder die gleichen Papiere vorzeigen mussten. Nur ganz selten wurden wir mal durchgewunken. Was für ein Kontrollblödsinn.
Die Beamten im Norden sind dabei meistens nett und korrekt, nur vereinzelt wurden wir nach Medikamenten oder Geschenken gefragt. Dies konnte jedoch immer freundlich abgewehrt werden.
Südlich von Yaoundé sieht es dann schon anders aus. Da werden alle Register gezogen, damit man abzocken kann. Sogar der Impfausweis wurde verlangt und behauptet man müsse 7 Impfungen haben. Welche denn? Wir kamen auf über 20 Impfungen und konnten die Abzocke mit energischem Auftreten und korrekten Papieren abwehren.
Die Kontrollstellen im Westen und Süden von Kamerun arbeiten mit Nagelbrettern, wo extra einer angestellt ist um die Dinger rüber zu ziehen. Echt fies!
An der Grenze wurde dann nochmals der Impfausweis gefordert, wurde aber korrekt behandelt. So ein Schwachsinn die Impfungen bei der Ausreise zu kontrollieren. Bei der Einreise hatte das keinen interessiert.
Der Stempel im Carnet war problemlos und auch der Ausreisestempel in unseren Pässen erhielten wir innerhalb kürzester Zeit an der Grenze zu Gabun.
Geld
ATMs (Geldautomaten) soll es in jeder grösseren Stadt geben. Wir haben in Yaoundé gut mit der Visakarte Geld abheben können, allerdings war der Betrag auf 150'000 CFA reglementiert.
Unser Kurs war: 1 Euro = 655 CFA.
Übernachtungen
Übernachtung in Meroua im Relais Ferngo für 1'000 CFA pro Person. Sauber ist es dort nicht. Die Dusche mussten wir mit vielen Schnecken teilen.
In Rhoumsiki haben wir für 2'000 CFA p.P. im Campement de Rhoumsiki campiert. Wir haben einen Schlüssel zu einem Bungalow erhalten, die Dusche und das WC war okay. Eine grandiose Landschaft und tolle Aussicht auf den Mount Zivi von dort.
In Lagdo nicht zum Hotel Lagon Bleu fahren, überteuert und arrogant. Man wollte satte 15'000 CFA für eine Nacht und zusätzlich sollten wir noch zu Abendessen für 6'500 CFA pro Person. Die Aussicht ist wunderbar, doch seit der Deutsche die Anlage verlassen hat, wird die Anlage nicht mehr gepflegt und macht einen unsympathischen, verwaisten Eindruck.
Wir fanden dafür in Lagdo das Beau Rivage, welches von sehr netten Besitzern neu restauriert wurde. Wir zahlten 1'500 CFA pro Person. WC und Dusche waren sauber, auch die ganze Anlage machte einen sehr ordentlichen Eindruck auf uns. Empfehlenswert, auch wenn nicht immer das Wasser läuft. (Ein häufiges Problem in Afrika).
In der Katholischen Mission von Banyo kann auf dem Areal campiert werden. Es ist offen was man bezahlen möchte.
In Bafoussam haben wir im Hotel Jardin des Coopérants an der Strasse Ausgang Richtung Bamenda genächtigt. Man forderte 2'500 CFA pro Person. Das Badezimmer muss mit schwarzen, langen Fadenwürmern geteilt werden, welche aber erst in der Nacht zum Vorschein kamen. Eine schmuddlige Anlage.
In Buea konnten wir vor dem Presbyterien Guesthouse campieren. Die Küche, ein Aufenthaltsraum, Duschen und WCs standen uns frei zur Verfügung. Wir zahlten 1'000 CFA p.P. Die Räumlichkeiten waren alle sehr sauber und wir wurden sehr freundlich aufgenommen.
In der Nähe von Limbe haben wir im Sema New Beach Hotel campiert. Für 2'000 CFA p.P. Wir konnten auf dem grossen Wiesen-Parkplatz stehen und haben dafür einen Schlüssel zu einem sehr muffigen Zimmer erhalten. Das Restaurant war teuer und nichts besonderes.
In Edéa haben wir kostenlos bei der Katholischen Mission am Fluss übernachtet. Nicht sehr freundlich und etwas heruntergekommen.
In Yaoundé haben wir auf der Wiese neben dem Presbyterien Guesthouse übernachtet. Wir zahlten 1'500 CFA p.P. Nachts konnte man dort nur auf die Aussentoilette gehen, die auch von Nachbarn benutzt wurde. Da keiner putzt und kein Wasser und auch kein Strom vorhanden war, kann sich jeder selber vorstellen wie schmuddelig die war. Am Tag musste man jeweils im Guesthouse klingeln, wenn man mal die Toilette benutzen wollte. Das Badezimmer im Guesthouse wurde auch nur selten sauber gemacht. Die verantwortliche Frau vom Guesthouse war sehr unfreundlich und beschimpfte uns sogar, als wir eines Abends auf die Toilette wollten. Nachts schreit dann immer ein ehemaliger übergeschnappter Pastor alle möglichen Schimpfworte, so dass man oft wach wird. Dieses Haus ist definitiv nicht zu empfehlen. Wir waren nur wegen der Nähe zu den Botschaften dort und waren froh, als wir endlich diesen ungastlichen Ort verlassen konnten.
In Ebolowa haben wir auf dem Areal vom Hotel Le Ranch campiert. Dieses Hotel war schon ziemlich heruntergekommen und Strom gab es auch keinen. Zuerst wollte man 8'000 CFA für die Nacht, doch wir zahlten schliesslich nur 4'000 CFA für beide. Wir erhielten einen Zimmerschlüssel, wo wir die Dusche und das WC benutzen konnten.
Verschiedenes
Dieselpreis: 464 - 489 CFA / Liter (in Kousséri 520 CFA)
GPS Informationen
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Wo |
Was |
Breitengrad |
Längengrad |
|
Bafoussam |
Hotel Jardin des Coopérants |
N 05° 30.038' |
E 010° 23.690' |
|
Bandjoun |
Chefferie von Bandjoun |
N 05° 21.001' |
E 010° 24.508' |
|
Banyo |
Katholische Mission |
N 06° 44.650' |
E 011° 47.850' |
|
Buea |
Presbyterian Guesthouse |
N 04° 09.685' |
E 009° 13.973' |
|
Ebolowa |
Hotel Le Ranch |
N 02° 54.938' |
E 011° 08.512' |
|
Edéa |
Katholische Mission |
N 03° 47.939' |
E 010° 06.883' |
|
Lagdo |
Beau Rivage |
N 09° 03.719' |
E 013° 39.799' |
|
Limbe |
Seme New Beach Hotel |
N 04° 03.399' |
E 009° 03.241' |
|
Maroua |
Hotel Relais Ferngo |
N 10° 35.473' |
E 014° 19.150' |
|
Nähe Lewa |
Wild Camp |
N 06° 52.304' |
E 013° 07.709' |
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Rhoumsiki |
Campement de Rhoumsiki |
N 10° 30.997' |
E 013° 35.283' |
|
Yaoundé |
Botschaft von DR Kongo (Zaire) |
N 03° 53.659' |
E 011° 30.955' |
|
Yaoundé |
Botschaft von Gabon |
N 03° 53.672' |
E 011° 31.168' |
|
Yaoundé |
Botschaft von Kongo Brazzaville |
N 03° 53.724' |
E 011° 31.207' |
|
Yaoundé |
Presbyterian Guesthouse |
N 03° 52.784' |
E 011° 31.345' |
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Yaoundé |
Toyota Niederlassung |
N 03° 50.676' |
E 011° 31.016' |
Tagebücher
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